Warum Kleinaufträge am schlechtesten zahlen: so rechnest du deinen Mindestauftragswert aus
Nicht wegen des Satzes. Um jeden Auftrag liegt eine Stunde: klären, was der Kunde will, wieder reinkommen, Übergabe, Rechnung. Die ist beim Zwei-Stunden-Fix genauso lang wie beim Projekt über 20 Stunden, sie teilt kleine Aufträge am stärksten, und eine Formel zeigt dir, ab welcher Größe ein Auftrag deine Untergrenze hält.
Nicht wegen des Satzes. Auf der Rechnung für den kleinen Auftrag steht meist derselbe Stundensatz wie überall sonst. Anders ist die Stunde drumherum: klären, was der Kunde eigentlich will, wieder ins Projekt reinkommen, testen und übergeben, die Rechnung schreiben. Diese Stunde wird mit dem Auftrag nicht kleiner. Bei 90 Euro Stundensatz und einer Untergrenze von 80 bringt ein Zwei-Stunden-Auftrag 60 Euro pro echter Stunde, ein Auftrag über 20 Stunden 86. Unter 8 abgerechneten Stunden liegt jeder Auftrag unter der Untergrenze. Das sind 720 Euro, dein Mindestauftragswert, und du rechnest ihn in einer Zeile aus.
Was ist die Stunde um einen Auftrag?
Alles, was ein Auftrag braucht und was nicht der Auftrag ist.
Zwanzig Minuten Mails oder ein kurzer Call, bis klar ist, was “kannst du kurz den Header ändern” wirklich heißt. Eine Viertelstunde, bis du wieder drin bist: das Repository, die Designdatei, der Login, der seit dem letzten Mal abgelaufen ist. Eine Viertelstunde Testen und die Nachricht, dass es live ist. Zehn Minuten für die Rechnung, oder für die Zeile auf der nächsten.
Deine Minuten sehen anders aus. Die Form bleibt. Keiner dieser Schritte wächst mit dem Auftrag, und keiner fällt weg, wenn der Auftrag klein ist. Der Zwei-Stunden-Fix und das Projekt über 20 Stunden müssen beide verstanden, angefangen, übergeben und abgerechnet werden, jeweils einmal.
Das ist nicht dasselbe wie die Einarbeitung bei einem neuen Kunden. Die fällt einmal pro Kunde an und ist beim zweiten Auftrag weg. Die Stunde drumherum kommt bei jeder Anfrage wieder, auch beim Kunden, für den du seit fünf Jahren arbeitest. Abgerechnet wird sie so gut wie nie. Damit ist sie nicht abrechenbare Zeit, die zu einem bestimmten Auftrag gehört und nicht zum Betrieb.
Warum zahlt ein kleiner Auftrag pro Stunde weniger als ein großer?
Weil die Stunde drumherum durch weniger Arbeitsstunden geteilt wird. Die Rechnung ist dieselbe Division wie immer: was der Auftrag gebracht hat, durch jede Stunde, die er gekostet hat.
Nimm 90 Euro Stundensatz, eine Untergrenze von 80 und eine Stunde um jeden Auftrag.
| Auftrag | Abgerechnet | Echte Stunden | Effektiver Satz |
|---|---|---|---|
| 2 Stunden | 180 | 3 | 60 |
| 6 Stunden | 540 | 7 | 77 |
| 20 Stunden | 1.800 | 21 | 86 |
Auf jeder dieser Rechnungen stehen 90 Euro die Stunde, und jede stimmt. Trotzdem hat der Zwei-Stunden-Auftrag ein Drittel weniger gebracht, als du verlangst, weil ein Drittel seiner Stunden die Stunde drumherum war. Beim Auftrag über 20 Stunden ist dieselbe Stunde ein Rundungsfehler.
Deshalb fühlen sich Kleinaufträge schlechter an als die Zahlen, die du siehst. Die Zahlen, die du siehst, sind die Rechnungen.
Ab welcher Größe lohnt sich ein Auftrag?
Es gibt eine Auftragsgröße, ab der die Stunde drumherum den Auftrag nicht mehr unter die Untergrenze zieht. Nenn sie die Mindestgröße.
Mindestgröße = Stunde drumherum × Untergrenze ÷ (Stundensatz − Untergrenze)
Bei 90 Euro Satz, 80 Euro Untergrenze und einer Stunde um jeden Auftrag:
1 × 80 ÷ 10 = 8 abgerechnete Stunden, also 720 Euro Mindestauftragswert.
Die Probe: ein Acht-Stunden-Auftrag bringt 720 Euro, kostet 9 Stunden und zahlt genau 80. Bei allem darunter zahlst du drauf. Alles darüber hält die Untergrenze.
Spannend ist der Nenner. Der Abstand zwischen Satz und Untergrenze entscheidet, wie groß ein Auftrag sein muss.
| Stundensatz | Untergrenze | Abstand | Mindestgröße |
|---|---|---|---|
| 100 | 80 | 20 | 4 Stunden |
| 90 | 80 | 10 | 8 Stunden |
| 85 | 80 | 5 | 16 Stunden |
Bei 100 Euro und einer Untergrenze von 80 hält ein Vier-Stunden-Auftrag die Linie noch. Bei 85 Euro und derselben Untergrenze braucht es zwei volle Arbeitstage, bis die Stunde drumherum nicht mehr auffällt. Liegt dein Satz nah an der Untergrenze, sind Kleinaufträge für dich nicht ein bisschen schlechter. Sie liegen schon von der Rechnung her unter der Linie.
Der Zähler bewegt die Zahl genauso. Schaffst du die Stunde drumherum auf 30 Minuten, sinkt die Mindestgröße bei 90 und 80 von 8 auf 4 Stunden.
Pauschale, Mindestbetrag oder sammeln: was hilft wirklich?
Drei Auswege, und sie erwischen nicht dieselben Aufträge.
Stell die Stunde als eigene Position in Rechnung. Eine feste Pauschale für Einrichtung und Übergabe, eine Stunde zu deinem Satz, auf jedem Auftrag. Aus dem Zwei-Stunden-Fix werden 270 Euro auf 3 Stunden, also 90. Aus dem Projekt über 20 Stunden werden 1.890 Euro auf 21 Stunden, ebenfalls 90. Das ist der einzige der drei Auswege, der bei jeder Größe funktioniert, weil er genau das bepreist, was konstant bleibt. Im Handwerk ist das nichts Neues. Der Installateur rechnet die Anfahrt ab und nicht nur die zwanzig Minuten unter dem Waschbecken, und Raab Karcher rät Handwerksbetrieben bei Kleinaufträgen zu genau diesen Werkzeugen: Mindestauftragswert und Anfahrtspauschale.
Leg einen Mindestbetrag fest. “Kleine Änderungen berechne ich mit mindestens drei Stunden.” Das sind 270 Euro für alles bis zwei Stunden, und das rettet die kleinsten Aufträge: der Zwei-Stunden-Fix zu 270 bringt 90 auf seine 3 Stunden. In der Mitte ändert es nichts. Ein Fünf-Stunden-Auftrag liegt schon über dem Mindestbetrag, bringt 450 Euro, kostet 6 Stunden und zahlt 75. Bei einer Mindestgröße von 8 Stunden bleibt alles zwischen gut zwei und acht Stunden unter der Untergrenze.
Sammle die kleinen Anfragen. Erledige sie am Stück, damit die Stunde drumherum nur einmal anfällt. Vier Zwei-Stunden-Anfragen einzeln bringen 720 Euro auf 12 Stunden, also 60. Als ein Block am Freitag, mit einer Stunde drumherum, verteilen sich dieselben 720 Euro auf 9 Stunden, also 80. Der Kunde bekommt dieselbe Arbeit ein paar Tage später. Kommen die Anfragen jeden Monat, ist aus dem Block ein Retainer geworden, und dann gehört er auch so kalkuliert.
Den vierten Ausweg spricht niemand gern aus. Unter einer bestimmten Größe heißt die Antwort nein, oder eine Empfehlung an jemanden, für den der Auftrag nicht klein ist.
Was du vor der nächsten kleinen Anfrage machst
Buch die Stunde auf den Auftrag. Nicht in einen allgemeinen Verwaltungstopf. Die Mails, das Reinkommen, die Übergabe und die Rechnung gehören zu diesem Auftrag. Landen sie unter Verwaltung, verteilen sie sich auf alle Kunden, bis niemand sie mehr sieht. Buch sie als nicht abrechenbar auf den Auftrag selbst, dann hat die Division etwas zu teilen.
Miss deine eigene Stunde. Bei den nächsten drei oder vier Kleinaufträgen. Vielleicht sind es vierzig Minuten, vielleicht neunzig. Das Beispiel hier nimmt sechzig, weil sich damit leicht rechnen lässt, nicht weil das irgendein Durchschnitt wäre.
Rechne deine Mindestgröße einmal aus. Deine Stunde drumherum mal Untergrenze, geteilt durch den Abstand zwischen Satz und Untergrenze. Schreib die Zahl auf.
Leg die Regel fest, bevor ein Kunde fragt. Pauschale, Mindestbetrag oder sammeln. Das ist dieselbe Logik wie die Regel für halbe Tage beim Tagessatz: vorher leicht zu entscheiden, im Gespräch schwer zu erfinden, wenn die Anfrage schon im Postfach liegt. Ein Satz in deinen Konditionen reicht: “Kleine Änderungen sammle ich und erledige sie freitags, mit einer festen Stunde für Einrichtung und Übergabe.”
Wo CronLoom reinkommt
CronLoom hat keine Einstellung für einen Mindestauftragswert und schreibt keine Rechnungen. Was es hat, ist die Division, und die nicht abrechenbaren Stunden bleiben darin.
Rechnest du den Auftrag nach Stunden ab, buch die Arbeit als abrechenbar und die Stunde drumherum als nicht abrechenbar auf dasselbe Projekt. Die nicht abrechenbare Stunde bleibt aus dem Umsatz raus und in den Stunden drin. Der effektive Satz des Kunden unter Analysen trägt sie also mit, gezeichnet gegen die Untergrenze, die du gesetzt hast. Ein Kunde, der dir zehn kleine Anfragen im Monat schickt, steht dort als der Kunde, der er wirklich ist.
Nimmst du einen Festpreis, leg den Auftrag als Festpreisprojekt an. Buch Mails und Übergabe darauf wie jede andere Stunde, und das Projekt zeigt, was das Honorar ergeben hat: ein Fix für 180 Euro auf 3 Stunden steht bei 60, markiert als unter deiner Untergrenze von 80.
Der Rechner für den effektiven Stundensatz macht die einzelne Division, wenn du einen Auftrag von Hand prüfen willst. Wenn die Zahl pro Kunde mitlaufen soll, während die Stunden entstehen, auf die Warteliste.
Rechne deinen letzten Kleinauftrag nach
Nimm den letzten Auftrag, der kürzer als ein Tag war. Zähl alles drumherum zusammen: die Nachrichten vorher, die Minuten zum Reinkommen, die Übergabe, die Rechnung. Rechne das zu den abgerechneten Stunden dazu und teil, was der Auftrag gebracht hat, durch die Summe.
Dann rechne deine Mindestgröße aus und zähl, wie viele Aufträge im letzten Monat kleiner waren.
Fragen, ehrlich beantwortet
Häufige Fragen
- Lohnen sich Kleinaufträge als Freelancer?
- Erst ab einer bestimmten Größe, oder wenn die Stunde drumherum eingepreist ist. Ein kleiner Auftrag braucht dieselbe Arbeit drumherum wie ein großer: Anfrage klären, wieder reinkommen, Übergabe, Rechnung. Bei 90 Euro Stundensatz und einer solchen Stunde bringt ein Zwei-Stunden-Auftrag 60 Euro pro echter Stunde, ein Auftrag über 20 Stunden 86.
- Wie berechne ich als Freelancer einen Mindestauftragswert?
- Nimm die Stunde drumherum mal deine Untergrenze und teil das durch den Abstand zwischen Stundensatz und Untergrenze. Bei 90 Euro Satz, 80 Euro Untergrenze und einer Stunde drumherum sind das 80 durch 10, also 8 abgerechnete Stunden oder 720 Euro. Jeder kleinere Auftrag liegt unter der Untergrenze, außer du preist die Stunde drumherum mit ein.
- Soll ich für kleine Änderungen eine Pauschale nehmen?
- Eine feste Position für die Stunde drumherum ist die einfachste Lösung, und im Handwerk ist sie als Anfahrtspauschale seit Langem normal. Beim Zwei-Stunden-Auftrag zu 90 Euro werden aus 180 auf 3 Stunden dann 270 auf 3 Stunden, also genau die 90, die du aufgerufen hast. Will der Kunde das nicht, biete an, seine kleinen Anfragen zu sammeln, damit die Stunde nur einmal anfällt.
Mach Zahlen draus
Jede Stunde, sauber verbucht.
Du setzt eine Untergrenze; CronLoom markiert die Kunden und Festpreise, die darunter rutschen, und zeigt, wo der Monat landet.
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